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Elk Knaake

geb. 1942 in Hannover
Studium an der Hochschule für bildende Künste Hamburg
lebt in Hamburg

Knaakes vielseitige künstlerische Arbeit ist von einer formalen Reduzierung auf einfache geometrische bzw. stereometrische Formen in Verbindung mit Funktionen (z.B. Beweglichkeit), Signalwirkung, statischen oder variablen räumlichen Beziehungen und Materialgegenüberstellungen gekennzeichnet. Vermehrt interessieren den Künstler auch räumliche Beziehungen von Orten auf der Erdkugel (wo befinde ich mich jetzt, wo befand ich mich - z.B. im Urlaub) sowie die „Einmaligkeit“ der geografischen Lage dieser Orte. Darüber hinaus mehren sich Versuche einer Kombination bzw. Ergänzung solcher Objekte mit fotografischen Bemerkungen zum jeweiligen „Zielort“.

Website / Bildserie

Bodo Korsig

geb. 1962 in Zwickau
Studium an der Fachschule für Werbung und Gestaltung Berlin
Dozent an der Europäischen Kunstakademie Trier
lebt in New York und Trier

Die Bildzeichen von Bodo Korsig sind in ihrer Reduktion auf die schwarze Form zwar in gewisser Weise grafisch, doch haben sie immer auch einen körperlichen Aspekt. Als eigenständige Objekte treten sie in den Bildern durch die starke Umrisslinie und das Schwarz physisch hervor. Bei den Skulpturen kommt die Stärke der Holzplatten oder die Dicke des Aluminiumgusses hinzu, die aus den Zeichnungen Zeichenkörper machen. Diese erstrecken sich in den Raum des Betrachters, der sie in Beziehung zu seinem eigenen Körper erfährt, was insbesondere bei den großen Skulpturen oder in der Ausdehnung eines Feldes von aus Holz geschnittenen Zeichen deutlich wird. Dabei trennt sich das Objekt von der Funktion des Abbildens und wird selbst zu einem Gegenstand. Geballte Elemente bilden kugelförmige Körper, auch wenn sie sich scheinbar wieder durchlöchert auflösen. Von den Körpern gehen teilweise Arme aus, die wie Gliedmaßen den Raum erobern und in der angedeuteten Bewegung dem Zeichen einen individuellen Charakter geben. Mehrere Elemente gruppieren sich an einem Strang oder bilden eine Gemeinschaft. Auf diese Art wird jedes Zeichen zu einem eigenen Wesen, das dazu verleitet, ihm ein Eigenleben zuzusprechen.

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Stefan Krüskemper

geb. 1963 in Lüdinghausen
Studium der Architektur an der Universität Dortmund, postgraduales Studium Kunst und öffentlicher Raum an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg
lebt in Berlin

Die kollaborativ und partizipativ angelegten Projekte von Stefan Krüskemper verhandeln gesellschaftliche und kontextbezogene Fragestellungen mit den Mitteln der Kunst. Formate der medienübergreifenden Arbeiten sind situative Interventionen und ortsspezifische Installationen.

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Horst Kuhnert

geb. 1939 in Schweidnitz
Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei Prof. Heinrich Wildemann
Preis des Königreichs von Nepal bei der Internationalen Kunstausstellung von Kathmandu
Förderpreis des Landes Niedersachsen
lebt in Stuttgart

Horst Kuhnert wandte sich nach seinem Studium der abstrakten Malerei dreidimensionalen Arbeiten zu. Er entwickelte 1964 sein Konzept „Von der Fläche in den Raum“. „Raumflächen“ und „Raumkörper“ nannte er die Arbeiten aus Polyester. 1969 entstanden die ersten Großplastiken im öffentlichen Raum sowie Wand- und Rauminstallationen. Kuhnert war einer der ersten Künstler in Deutschland, der mit Kunststoff arbeitete. 1998 begann Horst Kuhnert seine zweite Hauptwerkgruppe mit dem Thema „Stabil-Instabil“, in der er statische Ordnungsprinzipien im Konstruktivismus hinterfragt und in seinen Plastiken nach neuen Stabilitäten in der Instabilität sucht, um diese sichtbar zu machen. Aktuell knüpft Kuhnert an sein Thema „Von der Fläche in den Raum“ an: Die bildhafte Architektur der neuen Tafelbilder überträgt er in seine dreidimensionalen Arbeiten.

Website
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Le Corbusier

geb. 1887 in La Chaux-de-Fonds / Schweiz, gest. 1965 in Rognebrune-Cap-Martin

Der als Charles-Edouard Jeanneret zur Welt gekommene Le Corbusier wählte sein berühmt gewordenes Pseudonym, nachdem er 1920 in der Zeitschrift „L'Esprit Nouveau“ seine Thesen veröffentlicht hatte. Die wenigen Gebäude, die er in den zwanziger Jahren entwerfen konnte, katapultierten ihn an die Spitze der modernen Architektur, obwohl seine eigentlich epochemachenden Bauten wie der Wohnungskomplex Unité d'Habitation in Marseilles oder die Wallfahrtskapelle Notre Dame du Haut in Ronchamp erst nach dem Zweiten Weltkrieg verwirklicht wurden. Le Corbusier sieht die Aufgabe des Architekten im Erstellen von zweckmäßigen, funktionalen und wirtschaftlichen Gebäuden. Er bekennt sich dabei umfassend zu den technischen Möglichkeiten der Zeit; das bedeutet den Einsatz von Eisenbeton, Stahl und Fertigteilen, um eine völlig neue, vormals nicht mögliche Architektur zu realisieren. Dies geht einher mit dem Überbordwerfen von althergebrachtem Zierrat wie Ornamenten, die den Selbstzweck über die Funktion stellen. Die von Le Corbusier begründete Architekturlehre nimmt sich die reine Funktionalität der Maschine zum Vorbild für die Gebäudegestaltung. Daraus resultieren klare und einfache Körper, die sich aus den geometrischen Grundformen des Rechtecks, Kreises und Quaders zusammensetzen (sog. „Brutalismus“).
Zusammen mit seinem ihn stets begleitenden Vetter Pierre Jeanneret und der Designerin Charlotte Periand gestaltet Le Corbusier für den Herbstsalon 1929 eine Tisch & Stuhl-Reihe aus Stahlrohr und Leder: Die bis heute hergestellten Designermöbel LC1 bis LC7 umfassen einerseits das kompakte, in gebogenem Stahlrohr fast schon gezwängte Sofa LC2 und den dazugehörigen Sessel LC3, andererseits die extravagant hervorstechende Liege LC4 mit ihrer typischen Nackenrolle.

Publicationo
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Daniel Libeskind

geb. 1946 in Lódz, Polen
Studium an der Cooper Union for the Advancement of Sience and Art New York und der University of Essex
Professur an der Leughana Universität Lüneburg
Büros in New York, Zürich und Mailand

Neben Gehry und Coop Himmelb(l)au gilt Libeskind als Hauptvertreter einer dekonstruktivistischen Architektur, die sich stilistisch beim Analytischen Kubismus, Futurismus und russischen Konstruktivisten wie Tatlin, Rodtschenko, El Lissitzky oder Melnikov bedient. Charakteristisch sind Überlagerungen von Formen und gesplitterte oder fragmentarische Bauelemente sowie dynamische Raumkonzeptionen. Zeitlich aufeinander folgende Planungsstadien werden gleichzeitig und sich räumlich überlagernd gezeigt, sodass der Planungsprozess oft nicht nur ersichtlich ist, sondern zum eigentlichen Entwurfsinhalt wird.
Als Vorbild seiner aus Tisch und Sessel bestehenden Möbelserie „Torq“ diente Libeskind eines seiner architektonischen Projekte, ein Museum für zeitgenössische Kunst, das auf dem ehemaligen Messegelände in Mailand entstehen soll. Die Konstruktion des Museums, die einen fließenden Übergang aus quadratischem Grundriss und kreisrundem Dach vollzieht, entspricht dabei der Form der Möbel. Den Bezug zur Vergangenheit suchte der Architekt im Einsatz von Stahlrohr, das bereits die Entwürfe der frühen Modernisten am Bauhaus prägte, gleichzeitig wirft er dieses kalkuliert aus dem Gleichgewicht. Die tragende Struktur bekommt ein dynamisches Eigenleben, das die kreisrunde Oberseite - die wahlweise eine Tischfläche aus Glas oder eine weiche, gepolsterte Sitzfläche ist - in klar ablesbaren Stufen in einen quadratischen Abschluss am Boden übersetzt. Im Gegensatz zu der sonst vorherrschenden Tendenz im Möbelbereich, die Materialität und Struktur auf möglichst effiziente Weise zurückzunehmen, inszeniert Libeskind das Volumen unterhalb von Tisch- und Sitzfläche als Architektur im Kleinen, sodass hier selbst der Dekonstruktivismus wohnzimmertauglich wird.

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Richard Meier

geb. 1934 in Newark / New Jersey
Studium an der Cornell University New York
1984 Pritzker-Preis
1997 Praemium Imperiale
Büros in New York und Los Angeles

Meiers Gebäude nehmen mit ihren streng geometrischen Formen und ihrer zumeist weißen Farbe Bezug auf die Wohnhausarchitektur von Le Corbusier und zeichnen sich vor allem durch lichtdurchflutete Innenräume aus. Licht bezeichnet Meier dementsprechend auch als sein „liebstes und vielfältigstes Baumaterial“.
Als Möbeldesigner machte sich Meier einen Namen durch den Entwurf des „Armlehnstuhls“ (1982) für die Bibliothek des Guggenheim Museums. Der Stuhl besteht aus furniertem und massivem Ahorn und ist in schwarzem oder weißem Kunstlack oder in matt glänzendem Vinyl erhältlich. Neben Tischen, Liegen und Hockern für Knoll aus massivem Ahorn entwarf er auch Tabletopdesign für die Firmen Swid Powell und Alessi, darunter das auf 99 Exemplare limitierte „Tee- und Kaffeeservice“ (1983) aus 925/1000er Silber.

Publication / Exhibition
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Jan Meyer-Rogge

geb. 1935 in Hamburg
Studium an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg, Meisterschüler von Karl Kluth
Mitglied im Deutschen Künstlerbund
lebt in Hamburg

Die Plastiken von Jan Meyer-Rogge arbeiten mit den Gesetzen und Energien der Natur, ja bringen diese erst zur Anschauung, indem sie ihre Wirkung in Formzuständen bzw. -balancen artikulieren. Das Vokabular ist bewußt auf einfachste Formen reduziert: Stahlstäbe, Stahlrollen, geschmiedete Stahlringe, kleine und große Stahlwinkel, geometrische Formen, die geteilt werden, einander aufgelegt, ineinander geschoben, verkantet, sich an Punkten berührend und gegenseitig tragend, so neue Konstruktionen und architekturale Gebilde schaffend. Die ursprünglichen Ausgangsbedingungen werden dabei nicht verheimlicht oder von den neuen Gegebenheiten verdrängt. Diese Plastiken legen ihre Bedingungen und den Prozess ihres Entstehens ohne Einschränkung offen, ja gewinnen erst aus dieser Unbedingtheit ihre Kraft und Spannung.

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Isamu Noguchi

geb. 1904 in Los Angeles, gest. 1988 in New York
Studium an der Columbia University

Zeit seines Lebens arbeitete Isamu Noguchi in einer Vielzahl verschiedener Medien und kreierte Bühnenbilder, Skulpturen, Keramik-Objekte, elektrische Papierlaternen sowie Industriedesign. „Radio Nurse“ war Noguchis erster großer industrieller Auftrag. Zusammen mit einem separaten Empfänger, genannt „Guardian-Ear“, überträgt dieses Objekt Klänge aus dem Kinderzimmer. Die Form ist äußerst skulptural und erinnert tatsächlich an den abstrahierten Kopf einer Krankenschwester. Radio Nurse besteht aus Bakelit, einem plastikähnlichen Material, das in fast jede beliebige Form gebracht werden und fast jede Farbe annehmen kann. Bakelit wurde in vielen industriellen Designs während der 1930er und 40er Jahre verwendet, u.a. für Telefone, Kameras und Radios. Während Noguchi mit einer Vielzahl von Materialien arbeitete, blieb seine Formensprache konstant. Sie bediente sich durchweg abstrahierter, geometrischer Formen, wie dieses höchst ungewöhnliche und eindrucksvolle Beispiel industriellen Designs belegt.
Nur wenigen Bildhauern des beginnenden zwanzigsten Jahrhunderts gelang es vor der Land Art, die Auffassung von Skulptur so zu erweitern, dass der Landschaftsraum nicht mehr nur als bloßer Hintergrund, sondern als eigentlicher Gegenstand künstlerischen Schaffens wahrnehmbar wird. Nogushis strenge, minimalistische Skulpturen, Gärten und urbane Plätze sind in ihrer Klarheit, Einfachheit und zeitlosen Schönheit für viele zeitgenössische Landschaftsarchitekten und Künstler unumstrittene Leitbilder eines zeitgemäßen Umgangs mit Landschaft und Garten als räumliche Kunstwerke.

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Jean Nouvel

geb. 1945 in Fumel / Frankreich
Studium an der École des Beaux-Arts de Bordeaux und der École des Beaux-Arts de Paris
2000 Goldener Löwe der Biennale Venedig
2001 Praemium Imperiale
2008 Pritzker-Preis
Büros in Paris, London, Kopenhagen, Minneapolis, Rom, Madrid und Barcelona

Jean Nouvel hat keinen Stil, vielmehr wird jeder Bau von ihm neu gedacht. Im Verlauf umfangreicher Reflexionen und Analysen, für die Nouvel sich auch der Kooperation außerhalb der Architektur stehender Experten versichert, entwickelt er hoch spezifische Entwürfe, welche die besonderen - nicht nur räumlichen, sondern auch sozialen, politischen und geschichtlichen - Bedingungen des Ortes und der Aufgabe spiegeln, pointieren und entfalten. Wenn seine Projekte nicht durch einen Stil miteinander verbunden sind, so doch durch gewisse Motive, die bei ihm allerdings keine verfügbaren Versatzstücke wie bei mancher postmodernen Architektur sind, sondern Materialisierungen von Denkfiguren. Fassaden werden dabei häufig von außen entworfen, als Bilder, die nicht unbedingt einen Schluss auf das Innen zulassen. Eindeutigkeit wird vermieden und die Ansicht aus der Nähe kann der Fernsicht widersprechen. Eine Schicht überdeckt und verbirgt teilweise die andere. Raumgrenzen werden weder negiert noch fixiert, vielmehr der Greifbarkeit entzogen und in eine gewisse Vagheit überführt. Jean Nouvels Architektur ist eher visuell als körperhaft, eher eine Komposition von Bildern als von Volumen.
Jean Nouvels Arbeit als Designer ist von rigoroser Strenge. Für jede Aufgabe, die sich stellt, sucht er die „elementare“ Lösung, das Objekt, dessen finale Form der „Essenz“ der Idee entspricht und durch dessen technische Realisierung es sich auch als Referenzobjekt unserer heutigen Epoche erweist: „Ich bin kein Designer“, sagt er selbst, „sondern ein Architekt, der Design entwirft“. Die erste Zusammenarbeit mit Ligne Roset erfolgte 1989, als Jean Nouvel das Sofa „Profils“ entwickelte. Eine technisch revolutionäre Konstruktion mit einem Gestell aus sandgestrahltem Aluminium, einer Sitzfläche und einer verstellbaren Rückenlehne aus kaltgegossenem Polyurethan-Schaumstoff. Dieses Sofa zählt zu den Kollektionen des Museums für Angewandte Kunst in Köln, des Design Museum in London und des Museum of Art in Tel Aviv. Es wurde bis Februar 2010 im Pariser Centre Pompidou im Rahmen der Ausstellung zu den 30 Jahren des VIA gezeigt. 1990 schuf Jean Nouvel dann für Ligne Roset die Sofas und Sessel „Elémentaire“ sowie die Kollektion „Saint James“ - Stühle, Hocker, Schreibtisch und Schminktisch -, eine Kollektion, die für das gleichnamige Sterne-Restaurant in Bouliac bei Bordeaux gezeichnet worden war. Seit 2011 reeditiert Ligne Roset die Saint James Stühle sowie das Sofa und den kleinen Sessel „Elémentaire“ unter dem Namen „Simple Bridge“.

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