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Jean Nouvel

geb. 1945 in Fumel / Frankreich
Studium an der École des Beaux-Arts de Bordeaux und der École des Beaux-Arts de Paris
2000 Goldener Löwe der Biennale Venedig
2001 Praemium Imperiale
2008 Pritzker-Preis
Büros in Paris, London, Kopenhagen, Minneapolis, Rom, Madrid und Barcelona

Jean Nouvel hat keinen Stil, vielmehr wird jeder Bau von ihm neu gedacht. Im Verlauf umfangreicher Reflexionen und Analysen, für die Nouvel sich auch der Kooperation außerhalb der Architektur stehender Experten versichert, entwickelt er hoch spezifische Entwürfe, welche die besonderen - nicht nur räumlichen, sondern auch sozialen, politischen und geschichtlichen - Bedingungen des Ortes und der Aufgabe spiegeln, pointieren und entfalten. Wenn seine Projekte nicht durch einen Stil miteinander verbunden sind, so doch durch gewisse Motive, die bei ihm allerdings keine verfügbaren Versatzstücke wie bei mancher postmodernen Architektur sind, sondern Materialisierungen von Denkfiguren. Fassaden werden dabei häufig von außen entworfen, als Bilder, die nicht unbedingt einen Schluss auf das Innen zulassen. Eindeutigkeit wird vermieden und die Ansicht aus der Nähe kann der Fernsicht widersprechen. Eine Schicht überdeckt und verbirgt teilweise die andere. Raumgrenzen werden weder negiert noch fixiert, vielmehr der Greifbarkeit entzogen und in eine gewisse Vagheit überführt. Jean Nouvels Architektur ist eher visuell als körperhaft, eher eine Komposition von Bildern als von Volumen.
Jean Nouvels Arbeit als Designer ist von rigoroser Strenge. Für jede Aufgabe, die sich stellt, sucht er die „elementare“ Lösung, das Objekt, dessen finale Form der „Essenz“ der Idee entspricht und durch dessen technische Realisierung es sich auch als Referenzobjekt unserer heutigen Epoche erweist: „Ich bin kein Designer“, sagt er selbst, „sondern ein Architekt, der Design entwirft“. Die erste Zusammenarbeit mit Ligne Roset erfolgte 1989, als Jean Nouvel das Sofa „Profils“ entwickelte. Eine technisch revolutionäre Konstruktion mit einem Gestell aus sandgestrahltem Aluminium, einer Sitzfläche und einer verstellbaren Rückenlehne aus kaltgegossenem Polyurethan-Schaumstoff. Dieses Sofa zählt zu den Kollektionen des Museums für Angewandte Kunst in Köln, des Design Museum in London und des Museum of Art in Tel Aviv. Es wurde bis Februar 2010 im Pariser Centre Pompidou im Rahmen der Ausstellung zu den 30 Jahren des VIA gezeigt. 1990 schuf Jean Nouvel dann für Ligne Roset die Sofas und Sessel „Elémentaire“ sowie die Kollektion „Saint James“ - Stühle, Hocker, Schreibtisch und Schminktisch -, eine Kollektion, die für das gleichnamige Sterne-Restaurant in Bouliac bei Bordeaux gezeichnet worden war. Seit 2011 reeditiert Ligne Roset die Saint James Stühle sowie das Sofa und den kleinen Sessel „Elémentaire“ unter dem Namen „Simple Bridge“.

Publication
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Axel F. Otterbach

geb. 1948 in Isny
Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg für Florenz und Carrara / Italien bei Prof. Carlo Nicoli
lebt in Bad Waldsee

Axel F. Otterbachs Skulpturen sind Kunstwerke des Gegensatzes, in denen sich vermeintliche Antagonismen wie die zwischen Masse und Eleganz, Kompaktheit und Öffnung, Statik und Bewegtheit, Konstruktion und Organik, Härte und Sanftheit, Dichte und Transparenz, Licht und Schatten, Erdverbundenheit und Transzendenz, Zeit und Unendlichkeit artikulieren. Der Ausgangspunkt seiner Arbeit ist der Stein in seiner ganzen Härte, in seiner kompakten Massivität, seiner abweisenden Unzughänglichkeit, wobei sein Bemühen darin besteht, das Gewicht und die Kantigkeit des Steins zu überwinden, ihn von der Masse zu befreien und dem Licht zuzuführen. So lassen sich Otterbachs Skulpturen im Überblick unter drei Leitmotive fassen: Masse, Licht und Zeit.

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Johannes Pfeiffer
geb. 1954 in Ulm
Studium der Bildhauerei an der Accademia delle Belle Arti di Roma / Carrara
lebt in Lanzo Torinese und Turin / Italien

Der Schwerpunkt der künstlerischen Arbeit von Johannes Pfeiffer liegt im Bereich der Rauminstallationen und Landart-Projekte. Dabei beschäftigt er sich insbesondere mit dem labilem Gleichgewicht der Dinge. Indem er davon ausgeht, dass nicht Alles so ist, wie es den Anschein hat, beinhaltet seine künstlerische Arbeit Versuche, Gerades schräg zu machen und das Prekäre im Leben hervorzuheben. Weil die Dinge immer noch eine andere Bedeutung haben als die offensichtlich wahrnehmbare, ist Pfeiffer den nicht offensichtlichen Dingen auf der Spur und versucht, diesen einen künstlerischen Ausdruck zu geben. Dafür benötigt der Künstler Zugang zu unbewusstem Wissen, eine Sprache bzw. ein Mittel sich auszudrücken, und er muss in der Lage sein, dem im unbewussten Wissen Erfahrenen eine Form zu geben bzw. es darzustellen.

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Gert Riel

geb. 1941 in Prien am Chiemsee
Studium der Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei Rudolf Hoflehner
1989 Erich-Heckel-Preis des Künstlerbundes Baden-Württemberg
bis 2005 Dozent an der Abteilung für Bildhauerei der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart
Mitglied im Deutschen Künstlerbund
lebt in Remshalden - Buoch

Riels Wandarbeiten aus Stahl oder Aluminium bewegen sich zwischen der Zweidimensionalität des Gemäldes und der Dreidimensionalität der Skulptur. Biegefähigkeit und Elastizität des Materials sind bei der Realisation der Reliefarbeiten ein wesentlicher Faktor; diese Eigenschaften werden bewusst wahrgenommen und gezielt eingesetzt. Die Spannungsenergie des Biegungsprozesses bleibt bei der Weiterverarbeitung im Objekt gespeichert und wird so spürbar und sichtbar gemacht. Eine Lackierung im Sinne einer monochromen Farbfeldmalerei entwickelt auf dem gespannten Körper nuancierte Farbabstufungen innerhalb des jeweiligen Farbtons. Der Grad der Anwesenheit oder Zurückhaltung der Wandarbeiten wird weitgehend von der gewählten Farbe bestimmt; ebenso spielt die Art der Lackierung, z.B. matt oder hochglanz, eine wesentliche Rolle, wobei reflektierende Oberflächen die Bewegungsabläufe im umgebenden Raum abbilden. Bei den neuesten Arbeiten werden Teilflächen der Aluminiumform poliert, womit sich das Objekt optisch noch mehr von der Wand weg in den Raum bewegt. Wenn zusätzlich eine Teilfarbfläche darübergelegt wird, bildet sich nochmals eine weitere Ebene zur Wand.

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Andreas Schmid

geb. 1955 in Stuttgart
Studium an der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart  
2005 Vertretungsprofessur an der Universität Paderborn, Fakultät für Kulturwissenschaften, Bereich Bildhauerei
2001-2004 Gastprofessur für zeitgenössische Kunst und Kunstpraxis am Fachbereich Kunstpädagogik der Universität Gießen
Lehrauftrag an der HfBK Dresden Positionen chinesischer Gegenwartskunst
lebt in Berlin

Andreas Schmid befasst sich künstlerisch besonders mit dem Phänomen der Linie, das er u.a. in Asien vom Blickwinkel der chinesischen Schriftkunst her studierte. Abgesehen von Photographien und Zeichnungen auf flachen Bildträgern liegt der Schwerpunkt seiner künstlerischen Arbeit seit den 90er Jahren auf raumbezogenen Installationen und Erweiterungen der Zeichnung in den realen Raum hinein. Diese Arbeiten werden mit unterschiedlichsten Mitteln, wie z.B. mit Klebeband, gefrästen Lineaturen oder auch Kunstlicht realisiert.
Seit 25 Jahren begleitet er außerdem konstruktiv kritisch die Entwicklung der chinesischen Gegenwartskunst wie auch die Entwicklung der chinesischen Kalligraphie und versucht besonders in der Lehre und in seinen kuratorischen Projekten eurozentristische Denkweisen aufzubrechen. Die aktive Veränderung in der Präsentation von Kunst im öffentlichen, sozialen und politischen Raum ist ein weiterer Schwerpunkt seiner künstlerischen Aktivitäten.

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Christian Schönwälder

geb. 1975 in Rostock
Studium an der Akademie der bildenden Künste Stuttgart und an der Hochschule für Bildende Künste Dresden
lebt in Schwerin

Schönwälder konstruiert möbelartige Objekte, die innerhalb einer architektonisch anmutenden Gestaltung zu einer erzählerischen Dimension gelangen können. Dabei findet er es interessant zu beobachten, wie sich die erdachte, visionäre Welt der Modelle mit der Welt der gebrauchsfähigen Gegenstände überschneidet und wie Bekanntes auf Befremdliches trifft. Damit versuchen die Arbeiten letztlich, dem Sinnhaften und Zweckmäßigen in unserer Alltagskultur nachzuspüren.

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Hans Schüle

geb. 1965 in Neckarsulm
Studium der Malerei und Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste München und der Hochschule der Künste Berlin
Mitglied im Deutschen Künstlerbund
lebt in Berlin

In Werkgruppen wie „hybride“ und „membrane“ transformiert Hans Schüle den mikroskopischen Blick auf natürliche Strukturen und Lebensformen in zum Teil monumentale Skulpturen. Die Art der Verarbeitung, das Addieren von Kreisformen zu einer netzartigen Struktur lässt ebenso an Molekülmodelle wie an Gewebe oder Zäune denken, welche der Trennung dienen. Seit einigen Jahren arbeitet Schüle in dieser additiven Weise mit formal reduzierten und schweren Metallelementen, die er zu Netzwerken verschweißt, übereinander schichtet oder tableauhaft in die Fläche ausweitet. Die Skulpturen scheinen dadurch ein Eigenleben im Raum zu entwickeln und sich diesen gewissermaßen erobern zu wollen. Einzelne Objekte bleiben am Boden, andere erwecken den Eindruck, als hätten sie sich nach erfolgreicher Zellteilung verselbstständigt und würden an Wänden und Decken kleben. Die einfache Netzstruktur der Arbeiten und ihre freie organische Form legen die Multiplizierung nahe und eröffnen so dem Bildhauer die Möglichkeit, sich gleichsam malerisch-installativ im Raum zu entfalten sowie lokale Fixierungen der Skulptur zu überwinden.

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Susanne Specht

geb. 1958 in Saarbrücken
Studium an der Hochschule der Künste Berlin
seit 2008 Professur an der Hochschule Niederrhein, Fachbereich Design
lebt in Berlin und Krefeld

Die neueren Skulpturen von Susanne Specht mit Titeln wie „UmOrdnung“ (2011) oder „Curva Cube“ (2008) sind gekennzeichnet von geometrischer Formensprache und Modulsystem: sie entstehen aus einer variablen Menge an Modulen, die in veränderter Anzahl an einem anderen Ort zu einem neuen Ergebnis zusammengesetzt werden können. In der Horizontalen und in der Vertikalen entstehen so vielfache Möglichkeiten, die Skulpturen frei in den Raum zu entfalten. Die Idee der technisch-mathematisch wirkenden Skulpturen mit ihrem Modulsystem wurde von der Künstlerin aus der Steinbildhauerei heraus entwickelt, wobei sie vom Material geleitet die Strukturen im Innern des Steins freilegte. Im Nachgehen der dem Stein innewohnenden Struktur gelangte sie zu einem additiven, architektonischen System und führte dieses zum Modulprinzip weiter. Ging sie ursprünglich vom Stein aus, den sie durch Bearbeitung zerlegen und wieder in seine alte Form zusammensetzen konnte, ist nun der Einzelbaustein Ausgangspunkt der Skulpturen, der zusammen mit weiteren Modulen ein neuartiges und gewachsenes Ganzes ergibt. Die Module sind auf einfache, geometrische Figuren rückführbar, nämlich auf Quadrat und Viertelkreis. Aus diesen beiden Grundformen, die durch Zusammensetzungen, Längungen oder schlitzartige Öffnungen variiert werden können, ergibt sich ein imaginär unendlich fortführbares und wandelbares Baukastensystem, wobei keine Arbeitsspuren mehr zu finden sind und Alles der geometrischen Form untergeordnet ist. Die Bildsprache ist, wie in der Konkreten Kunst, zu denen man die Werke zählen kann, auf Farbe und geometrische Form reduziert. Durch die variantenreiche Zusammenfügung der Module und deren freie Erweiterbarkeit, durch Drehung und serielle Reihung ergeben sich dabei immer wieder neue Ansichten von geschlossenen Flächen, muldenartigen Vertiefungen, Räumen oder auch Öffnungen und Durchblicke, die den Betrachter entlang der Skulptur und durch diese hindurch führen.

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Thomas Sterna

geb. 1958 in Aschaffenburg
Studium an den Universitäten Frankfurt a.M. und Mainz sowie der Hochschule der Künste Berlin bei Ansgar Nierhoff und Vallie Export
Gastprofessur an der Akademie für Bildende Kunst Mainz
lebt in Frankfurt a.M. und Meran / Italien

„Die meisten Menschen sind selbst in unserem verhältnismäßig freien Land, aus lauter Unwissenheit und Irrtum so sehr durch die unnatürliche, überflüssige, grobe Arbeit für das Leben in Anspruch genommen, dass seine edleren Früchte von ihnen nicht gepflückt werden können,“ lautet ein von Sterna verwendetes Zitat von H. D. Thoreau, dem, wenn man so will, ersten Aussteiger Amerikas. Thoreau baute sich 1845 eine Hütte in einem Wald in Massachusetts und lebte dort zwei Jahre als Selbstversorger. In dieser Zeit schrieb er verschiedene Texte, die später unter dem Titel „Walden, Leben in den Wäldern“ als Buch erschienen. Es ging ihm in seinem Ausstiegs-Experiment darum, seine wahren Bedürfnisse zu erforschen und durch die aus dieser Analyse gewonnenen Erkenntnisse zu einem Höchstmaß an Selbstbestimmung zu gelangen. Bei Thomas Sternas Skulptur und Installation „My Home is no Castle“ (2011) sind Thoreaus Zitate, handschriftlich kopiert, auf einem alten Wohnwagen aus den siebziger Jahren nachzulesen. Dieser Wohnwagen, ein Symbol des frühen Massentourismus mitteleuropäischer Prägung, wird dadurch zu einer Art Litfaßsäule, die die kritischen, gerade heute wieder sehr aktuellen Überlegungen Thoreaus sichtbar werden lässt. Der handschriftliche Text und das Fundstück verschmelzen dabei zu einem nostalgischen und zugleich irritierenden Bild. Nostalgisch, weil sowohl das Design des Wagens als auch ein mit der Hand geschriebener Text vergangenen Zeiten anzugehören scheinen, irritierend, weil die Oberfläche eines Autos oder Wohnwagens normalerweise nicht als Schreibgrund benutzt wird. Auf der Rückbank des Wohnwagens befindet sich darüber hinaus ein Sitz-Koffer, in den sich der Künstler während der Eröffnung der Ausstellung einsperren ließ, um das Objekt von Innen heraus akustisch und mechanisch zu beleben.

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Roland Stratmann

geb. 1964 in Weseke
Studium an der Universität der Künste Berlin, Meisterschüler
lebt in Berlin

Roland Stratmann gestaltet seine dreidimensionalen Werke meist mit einfachen Materialien des Alltags. Für seine partizipativen Installationen bindet er Besucher und Rezipienten in den Entstehungsprozess der künstlerischen Arbeit mit ein. Gesamtform und Struktur des aus diesem Dialog resultierenden Kunstwerks werden dabei vom Künstler geplant und festgelegt, die Detailformen in einem gemeinsamen Prozess entwickelt. Ein weiterer Schwerpunkt seines künstlerischen Schaffens findet sich in seinem zeichnerischen Werk. Hier setzt er sich vor allem mit künstlerischen Fragestellungen zur Linie auseinander, ihrer konturierenden, ein- und ausgrenzenden sowie beschreibenden Funktion. Daraus resultieren beispielsweise so genannte „Endloszeichnungen“, die unter hoher Konzentration aus einer einzigen, ununterbrochenen Linie entstehen.

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Markus F. Strieder

geb. 1961 in Innsbruck
1984-90 Studium der Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei Prof. Jürgen Brodwolf, 1990 Akademiepreis
2005 Professorenvertretung für Skulptur an der Kunsthochschule Grenoble
2012 Preis der Helmut Baumann-Stiftung Göppingen
lebt in St. Julien Molin Molette / Frankreich und Pfinztal

Markus F. Strieder schlägt mit seinen Werkgruppen gleichsam eine Brücke von der Zeichnung zur Skulptur, wobei den so genannten „Linien“ eine Scharnierfunktion zwischen seiner elementaren Grafik und seinen geschmiedeten Plastiken zukommt. Das Ausgangsmaterial bilden dabei massive Vierkant-Stahlstangen, deren Durchmesser und Querschnitt sich durch vielfaches Walzen verändert und die schließlich in glühendem Zustand aus der Walze in eine Tonne hineingeschossen werden, wodurch sich knäuelartige Linienverläufe herausbilden. Auf diese Weise entstehen durch die im Material selbst angelegten Kräfte, die der Künstler nicht nur zur Entfaltung bringt, sondern aufgrund seine Erfahrung wie kein anderer auch gezielt steuern kann, Raumzeichnungen, also Zeichnungen im Raum. Diese greifen die in den grafischen Werken auf Papier bereits angelegte, aber dort eben nur fiktionale Räumlichkeit auf und übertragen sie auf den realen Raum, sodass nicht nur Umgebung und Hintergrund zum Teil ihrer selbst werden, sondern auch der Betrachter verstärkt mit einbezogen wird, indem sich sein Eindruck von der Skulptur entsprechend seines eigenen Betrachtungswinkels wandelt. Demgegenüber handelt es sich bei Strieders massiv geschmiedeten Vollplastiken um formal äußerst reduzierte Bodenskulpturen mit extremer Materialpräsenz, denen auf ihre Art wiederum eine erstaunliche Raumwirkung zukommt.  Nicht aufgrund ihrer filigranen und dynamischen Linienführung, sondern ihrer elementaren Grundformen wie Kreis, Würfel oder Kreisel und der darin verdichteten Energie stehen auch sie nicht einfach im Raum, sondern erschaffen einen Kunstraum, in dem sich Begegnungen mit den Betrachtern und anderen Werken ereignen können.

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