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Markus F. Strieder

geb. 1961 in Innsbruck
1984-90 Studium der Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei Prof. Jürgen Brodwolf, 1990 Akademiepreis
2005 Professorenvertretung für Skulptur an der Kunsthochschule Grenoble
2012 Preis der Helmut Baumann-Stiftung Göppingen
lebt in St. Julien Molin Molette / Frankreich und Pfinztal

Markus F. Strieder schlägt mit seinen Werkgruppen gleichsam eine Brücke von der Zeichnung zur Skulptur, wobei den so genannten „Linien“ eine Scharnierfunktion zwischen seiner elementaren Grafik und seinen geschmiedeten Plastiken zukommt. Das Ausgangsmaterial bilden dabei massive Vierkant-Stahlstangen, deren Durchmesser und Querschnitt sich durch vielfaches Walzen verändert und die schließlich in glühendem Zustand aus der Walze in eine Tonne hineingeschossen werden, wodurch sich knäuelartige Linienverläufe herausbilden. Auf diese Weise entstehen durch die im Material selbst angelegten Kräfte, die der Künstler nicht nur zur Entfaltung bringt, sondern aufgrund seine Erfahrung wie kein anderer auch gezielt steuern kann, Raumzeichnungen, also Zeichnungen im Raum. Diese greifen die in den grafischen Werken auf Papier bereits angelegte, aber dort eben nur fiktionale Räumlichkeit auf und übertragen sie auf den realen Raum, sodass nicht nur Umgebung und Hintergrund zum Teil ihrer selbst werden, sondern auch der Betrachter verstärkt mit einbezogen wird, indem sich sein Eindruck von der Skulptur entsprechend seines eigenen Betrachtungswinkels wandelt. Demgegenüber handelt es sich bei Strieders massiv geschmiedeten Vollplastiken um formal äußerst reduzierte Bodenskulpturen mit extremer Materialpräsenz, denen auf ihre Art wiederum eine erstaunliche Raumwirkung zukommt.  Nicht aufgrund ihrer filigranen und dynamischen Linienführung, sondern ihrer elementaren Grundformen wie Kreis, Würfel oder Kreisel und der darin verdichteten Energie stehen auch sie nicht einfach im Raum, sondern erschaffen einen Kunstraum, in dem sich Begegnungen mit den Betrachtern und anderen Werken ereignen können.

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Matthäus Thoma

geb. 1961 in München
Studium an der Hochschule der Künste Berlin
2001-2004 Gastdozentur an der HdK Berlin
lebt in Berlin

Der Bildhauer Matthäus Thoma arbeitet an großformatigen Skulpturen und ortspezifischen Installationen, die er aus rohen Balken, Leisten und Brettern fertigt. Die in Skizzen und Modellen entwickelten Gebilde aus Holz werden erst vor Ort realisiert und nach Abschluss der Ausstellung wieder zerlegt. Während seine Skulpturen meist kompakte Formen und Körper markieren, winden sich die fragilen Installationen scheinbar unkontrolliert durch den Raum. Die offene Struktur der filigranen Arbeiten und ihre bisweilen raumgreifende Dimension animieren den Betrachter zum fortwährenden Perspektivwechsel und lassen ihn Innen und Außen, Ruhe und Bewegung sowie die Beziehung zwischen Werk und Raum immer wieder neu erfahren.

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Norbert Thomas

geb. 1947 in Frankfurt a.M.
Studium an der Hochschule für Bildende Künste und der Gesamthochschule Kassel
Professur für Gestaltungslehre an der Fachhochschule Bielefeld
seit 1991 Professor für Grundlagen der künstlerischen Gestaltung an der Bergischen Universität Wuppertal
lebt in Essen

Norbert Thomas zählt seit den 70er Jahren zu den Vertretern der so genannten „Konkreten Kunst“. Zur Schaffung seiner Arbeiten bedient sich der Künstler des „gelenkten Zufalls“: Die Linien in allen Werken verlaufen in jede nur mögliche Richtung, jedoch niemals exakt senkrecht, exakt waagerecht oder exakt diagonal. So bestimmen Zahlen von 1 bis 360 die Winkel, in denen ihre Linien verlaufen - ein Prinzip, das in Kombination mit verschiedenen Farben unzählige und immer wieder neue Gestaltungsmöglichkeiten zulässt. Als logische Fortsetzung setzt Thomas seit den 90er Jahren seine Arbeiten in dreidimensionaler Form fort, indem er ihre Linien in Form von lackierten Metallröhren in den Raum wachsen lässt.

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Regina Weiss

geb. 1975 in Nürnberg
Studium an der Hochschule für Bildende Künste Dresden und am Royal University College of Fine Arts Stockholm
2004/05 Stipendiatin der Kulturstiftung Dresden der Dresdner Bank AG
2009 Master of Arts im Fach Raumstrategien - forschende Kunst im öffentlichen Kontext an der Kunsthochschule Berlin Weißensee
lebt in Berlin

Die Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen Dimension des Raumes bildet den Gegenstand der installativen Arbeiten und räumlichen Interventionen von Regina Weiss. Hierzu wendet sich Weiss den Orten zu, an denen sich gesellschaftliche Prozesse manifestieren. Ihre zumeist auf intensiver Recherche basierenden Arbeiten versteht die Künstlerin dabei als „Messgeräte“, die dazu dienen, Räume und Architekturen in ihrer gesellschaftlichen Dimension zu untersuchen. Zugleich stellen die Arbeiten der Künstlerin aber auch direkte Eingriffe in den öffentlichen Raum dar, die zur aktiven Nutzung und Benutzung einladen.

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Rolf Wicker

geb. 1965 in Ravensburg
Studium der Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg und der Kunsthochschule Berlin-Weißensee
2012 Kunstpreis der Mecklenburgischen Versicherungsgruppe für Bildende Kunst in Mecklenburg-Vorpommern
lebt in Berlin

Wickers Arbeiten haben architektonischen Charakter und sind für den öffentlichen Raum prädestiniert, indem sie keine freien Erfindungen sind, sondern auf bereits vorhandene Architektur und architektonische Grundformen Bezug nehmen, diese aufgreifen, analysieren und zugleich dekonstruieren; an die Stelle gewohnt funktionaler Architektur und in Beziehung zu dieser tritt so ein autonomes Kunstwerk im öffentlichen Raum, das diesen verändert und als begehbare Skulptur die Grunddimensionen von Architektur ebenso wie von Skulptur neu erfahrbar macht, wobei die Zeitweiligkeit dieser gebauten architektonischen Gebilde ihre Zweckfreiheit noch unterstreicht.

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Frank Lloyd Wright

geb. 1867 in Richland Center / Wisconsin, gest. 1959 in Phoenix / Arizona
Studium an der University of Wisconsin

Frank Lloyd Wright entwarf den ersten permanenten Standort für das Guggenheim Museum in New York. Er hatte die Vision eines Gebäudes, das nicht nur das geradlinige Raster von Manhattan durchbrechen, sondern auch das herkömmliche Verständnis eines Museums zerstören sollte. Dieses letzte große Werk Wrights steht im Kontrast zu seinen früheren Arbeiten, da es weniger durch Funktionalität als durch seine außergewöhnliche architektonische Form beeindruckt. Hier wurde Architektur zur Skulptur, das Gebäude konkurriert mit den ausgestellten Künstlern um die Aufmerksamkeit der Besucher. Geblieben ist jedoch sein Anspruch, ein organisches Gebilde zu erschaffen.
Der von Wright 1904 ursprünglich für das D. D. Martin House in Buffalo / New York entworfene „Barrel Chair“ ist mit seiner runden Form eine Reminiszenz an seine früheren linearen Möbelentwürfe. Getreu dem Motto „Every chair must be designed for the building it will be in“ schuf Wright 1937 eine Neufassung des Stuhls für Herbert Johnsons Haus Wingspread.

Publicationo
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Annett Zinsmeister

geb. 1967 in Stuttgart
Studium der Kunst, Architektur, Kultur- und Medienwissenschaft an der Hochschule der Künste Berlin
2003-07 Gastprofessur an der Kunsthochschule Berlin-Weissensee und an der Bergischen Universität Wuppertal
2007 Professur an der Staatlichen Akademie der Bildenden Kuenste Stuttgart
2009 Leitung des Weissenhof-Instituts an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart
Mitglied im Deutschen Künstlerbund
lebt in Berlin

Kunst, Architektur sowie Kultur- und Medientheorie prägen die Arbeiten von Annett Zinsmeister. Architektur ist das zentrale Thema, das in Rauminstallationen, konzeptuellen und gebauten Räumen, in Fotografien, Zeichnungen, Collagen und im Film neu verhandelt wird. In ihrer konzeptuellen Arbeit spielt auch die theoretische Forschung eine wichtige Rolle. Wiederkehrende Themen sind modulare Prinzipien, Multiples, Strukturen, Mustererkennung sowie die Auseinandersetzung mit Utopien und dem Identitätsgehalt von Räumen, mit sozialer Interaktion, Kommunikation und die Transformation urbaner Raumsituationen. Ihre Installationen fordern unsere Wahrnehmung heraus, entlarven alltägliche Gewohnheiten und legen den Antagonismus utopischer Ansätze sowie unserer sozialen und gebauten Umwelt offen. Ihre Arbeit eröffnet neue Perspektiven und ungeahnte Potenziale hinsichtlich unwirtlicher, verlassener Räume und sie initiiert Prozesse urbaner Interventionen und Transformationen. Mit ihrer Überzeugung und ihrem Glauben an interdisziplinäre Kommunikation und Interaktion führt Annett Zinsmeister in zahlreichen Veranstaltungskonzeptionen Menschen in einen lebendigen und zukunftsweisenden Dialog.

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Peter Zumthor

geb. 1943 in Basel
Studium an der Kunstgewerbeschule Basel und dem Pratt Institute New York
2008 Praemium Imperiale
2009 Pritzker-Preis
Professor an der Università della Svizzera italiana Mendrisio
Büro in Haldenstein / Schweiz

Bezugspunkt von Zumthors Arbeit ist die Idee eines humanen Raums als Zentrum und Maßstab von Architektur. In einer Zeit, in der Größe, Schnelligkeit und ästhetischer Oberflächenreiz eine ständig wachsende Rolle in der zeitgenössischen Architektur spielen, stellt Peter Zumthors Ansatz einer „slow architecture“ gerade für die nachkommende Architektengeneration eine Alternative mit wachsender Bedeutung dar. Dabei basiert jedes seiner Bauwerke, für das Zumthor jeweils eine an Schönheit und Alltag gleichermaßen orientierte Gesamtform entwickelt, auf einem schlüssigen Zusammenwirken von Topografie, Raum, Materialität, Form und Licht. Dieses Konzept einer „Natürlichkeit des Bauens“ korrespondiert bei Zumthor mit der Idee einer sublimen Einheit des Menschen mit seiner Architektur.

Die Gestaltung von Einrichtungen beschränkt sich bei Zumthor nicht auf die Architektur des Gebäudes, sonderm findet ihre Fortführung und Vollendung in Möbeln und Gegenständen, wie etwa den geschwungenen hölzernen Ruheliegen der Therme Vals, wobei Reduktion und Sinnlichkeit mit größter Sorgfalt entworfen und ausgewählt sowie subtil auf Details abgestimmt sind.

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